Geschichte

“Leben Kunstwerke, vermöge ihres eigenen Prozeßcharakters, in der Geschichte, so können sie in dieser vergehen. Die Unveräußerlichkeit dessen, was auf dem Papier aufgezeichnet ist, was auf der Leinwand an Farbe, im Stein als Gestalt dauert, garantiert nicht die Unveräußerlichkeit des Kunstwerks in seinem Wesentlichen, dem Geist, einem selber Bewegten. Die Kunstwerke wandeln sich keineswegs allein mit dem, was verdinglichtes Bewußtsein für die nach geschichtlicher Lage sich ändernde Einstellung der Menschen zu den Kunstwerken hält. Solche Änderung ist äußerlich gegenüber der, welche sich in den Werken an sich zuträgt: die Ablösung einer ihrer Schichten nach der anderen, unabsehbar im Augenblick ihres Erscheinens; die Determination solcher Veränderung durch ihr hervortretendes und damit sich abspaltendes Formgesetz; die Verhärtung der transparent gewordenen Werke, ihr Veralten, ihr Verstummen. Am Ende ist ihre Entfaltung eins mit ihrem Zerfall.”

— Theodor W. Adorno: Ästhetische Theorie: 266.

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Christopher Williams

I’m not working for critical theory or the academy. Maybe another way of looking at it is: I make work that uses existing images as models to remake alternate models that occupy the same terrain, but function differently. The important thing is that it has some kind of cultural value and use.

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Christopher Williams’s Model #105M – R59C / Keystone Shower Door / 57.4 × 59˝ / Chrome/Raindrop / SKU #109149 / #96235. 970 – 084 – 000 / (Meiko) / Vancouver, B.C / April 6, 2005 (No. 1). 2005. Acquired through the generosity of the Contemporary Arts Council of The Museum of Modern Art © Christopher Williams

Passiv-Aggressiv

Die ganze Kunst im öffentlichen Raum beruht auf Beziehungen die in der Psychologie wohl mit „passiv – aggressivem Verhalten“ beschrieben werden würde. Einem duldsamen und leicht aggressiv auftretendem Künstler steht ein tendenziell feindliches, gleichwohl ebenso duldsames Publikum gegenüber – die mit dem ganzen Kram zumeist gar nichts anfangen kann. Ein Pattern, das dem Szenario aus Beckets Endspiel ähnelt. Man ist aneinander gekettet. Es scheint keinen Ausweg zu geben. Das Publikum braucht „etwas“ ausserhalb des funktionalen Stadtzusammenhangs, der Möblierung mit Lampen aus dem Katalog und der zunehmenden Ökonomisierung seiner Städte. Der Künstler sehnt sich nach einem zu aktivierenden Publikum (das ihn bitterlich enttäuschen wird – auch das ist vorher schon klar). Der Bewohner der Stadt weiss nicht was der „öffentliche Raum“ denn bitte sein soll. Er fährt daran vorbei. Die Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt erheben ihn ein wenig, wenn er in die Hauptstadt fährt. Es stört das hier schon wieder gebaut wird. Und vor das neue Gebäude ein Ding kommt das er nicht gewollt hat. Er weis gar nicht was er will. Seine Ruhe vielleicht. Und so sitzen sich diese beiden Akteure seit Jahrzehnten gegenüber, sich gegenseitig vergiftete Gesten der Aufmerksamkeit herüberwerfend: ich möchte etwas für DICH tun, Bürger! Wenn Du es nicht willst, so ist es um Deine Menschlichkeit, Deine Fortschrittlichkeit, Dein ganzes Sein gar armselig bestellt, zischelt der Künstler. Der Bewohner der Stadt, oder auch der Besucher, versteht die ganze Aufregung nicht, fühlt sich doppelt beleidigt durch ein Geschenk das er so doch gar nicht haben wollte. Wollte er doch nur seine Ruhe. Ein grosses Gebäude vielleicht, ja, in dem Fussball gespielt werden kann, oder auch ein Musical, um ihn ein wenig abzulenken, das wäre schön gewesen. Aber das? Man ist jedoch so Demokratisch das man auch dies erduldet. Wie alles andere ja auch.

Democrazy

In Book III of the Laws, Plato devotes himself to a systematic inventory of the qualifications (axiomata) for ruling, along with certain correlative qualifications for being ruled. Out of the seven he retains, four are traditional qualifications of authority based on a natural difference; that is, the difference in birth. Those qualified to rule are those ‘born before’ or ‘born otherwise.’ This grounds the power of parents over children, old over young, masters over slaves, and nobles over serfs. The fifth qualification is introduced as the principal principle that summarizes all natural differences: It is the power of those with a superior nature, of the stronger over the weak – a power that has the unfortunate quality, discussed at length in the Gorgias, of being indeterminate. The sixth qualification, then, gives the only difference that counts for Plato; namely, the power of those who know [savoir] over those who do not. There are thus four couplings of traditional qualifications to be had, along with two theoretical couplings that claim priority over them: namely, ‘natural’ superiority and the rule of ‘science’ qua knowledge. The list ought to stop there. But there is a seventh qualification: ‘the choice of god,’ otherwise referring to a drawing of lots [le tirage au sort] that designates the one who exercises arche. Plato does notexpand upon this. But clearly, this kind of ‘choice’ points ironically to the designation by god of a regime previously referred to as one only god could save: namely, democracy.

What thus characterizes a democracy is pure chance or the complete absence of qualifications for governing. Democracy is that